Die September Mondin der Wahrheit

Die 12 Mondinnen
Der JahresKreis der 33 Perlen der Weisheit –
vom Jungen Mädchen zur weisen Frau.

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Die Ernte der eigenen Wahrheit.

Die Mondin der Wahrheit führt dich in die Zeit der Reife. In den Spätsommer und Herbst – in jene Zeit des Jahres, in der sichtbar wird, was gewachsen ist, was Frucht getragen hat und was nun geerntet werden darf.

Was im Frühjahr gesät wurde, ist gewachsen. Was wachsen durfte, hat geblüht. Und was sich dem Leben hingegeben hat, trägt nun Frucht.

Die Natur zeigt uns in dieser Zeit auf wunderbare Weise, was Reife bedeutet. Jede Frucht trägt ihre eigene Form, ihre eigene Farbe, ihren eigenen Geschmack und ihre ganz persönliche, ureigene Signatur in sich.

Eine Frucht muss nicht überlegen, was sie werden soll. Sie muss sich nicht vergleichen.

Sie muss nichts darstellen.

Ihre Reife besteht darin, ganz das zu werden, was bereits in ihr angelegt ist.

Und genau darin liegt die tiefe Weisheit der Mondin der Wahrheit. Sie lädt dich ein, dir selbst in deiner eigenen Reife zu begegnen. Nicht länger jemand sein zu wollen, der du nicht bist.

Nicht länger Rollen zu tragen, die dir nicht mehr entsprechen. Nicht länger deine Wahrheit dem Außen anzupassen. Sondern immer tiefer in das hineinzureifen, was du in deinem tiefsten Wesen bereits in dir trägst.

Die Neun lädt uns ein, dem Leben zu vertrauen, unsere Gabe bewusst in die Welt zu schenken und zu erkennen, dass jeder Schritt Teil eines größeren Ganzen ist.

Die Mondin der Wahrheit stellt dir die Frage:

Bin ich bereit, mich meiner ureigenen Signatur hinzugeben?

Wahrhaftigkeit beginnt dort, wo wir aufhören, uns vor uns selbst zu verstecken. Wo wir beginnen zu erkennen, welche Rollen wir übernommen haben, um geliebt zu werden, dazuzugehören oder Erwartungen zu erfüllen.

Manche dieser Rollen haben uns geschützt. Manche haben uns durch schwierige Zeiten getragen. Manche waren notwendig.

Doch irgendwann kommt der Moment, in dem wir spüren:

Das bin ich nicht mehr.

Dann beginnt ein neuer Reifungsprozess. Wir dürfen loslassen, was nicht mehr zu uns gehört. Nicht, weil es falsch war. Sondern weil wir gewachsen sind.

Wie ein Baum im Herbst seine Blätter loslässt, dürfen auch wir alte Rollen, Vorstellungen und Identifikationen freigeben. Was einst wichtig war, darf gewürdigt werden. Was uns geprägt hat, darf Teil unserer Geschichte bleiben. Doch es muss nicht länger bestimmen, wer wir heute sind.

Loslassen bedeutet nicht, das Vergangene abzulehnen.

Loslassen bedeutet, ihm seinen Platz zu geben. Es war. Es hat zu uns gehört. Es hat uns geprägt. Und nun darf es gehen. Aus diesem Freigeben entsteht Raum für Wandlung. Transformation bedeutet dabei nicht, eine andere Frau zu werden.

Sie bedeutet, immer mehr zu der Frau zu werden, die du in Wahrheit bereits bist. Unter den Schichten von Erwartungen, Rollen und Anpassungen darf sichtbar werden, was deinem Wesen entspricht. Nicht etwas Fremdes. Nicht ein neues Ideal. Sondern das, was durch dein Leben hindurch gereift ist.

„Nothing can dim the light which shines from within.“


Maya Angelou.

„Nichts kann das Licht trüben, das aus dem Inneren strahlt.“

Vielleicht liegt genau darin die tiefe Wahrheit dieser Mondin:

Dein inneres Licht muss nicht erst erschaffen werden.

Es ist bereits in dir. Vielleicht wurde es zeitweise überdeckt von Erfahrungen, Verletzungen, Erwartungen oder alten Bildern von dir selbst. Doch indem du dich deiner Wahrheit zuwendest und loslässt, was nicht mehr zu dir gehört, kann wieder sichtbar werden, was in dir leuchtet.

So führt dich die Mondin der Wahrheit in einen stillen Prozess der Selbstbegegnung. Du erkennst, was zu dir gehört. Du würdigst, was dich geprägt hat. Du lässt los, was seine Zeit erfüllt hat. Und du vertraust der Wandlung, die daraus entsteht.

So wird Wahrheit zu einem Weg der Reife. Nicht als Suche nach Perfektion. Nicht als Anspruch, immer alles richtig zu machen. Sondern als wachsende Bereitschaft, mit dem eigenen Leben in Einklang zu kommen.

Der September – Die Zeit der Ernte

Der September trägt die Qualität der Ernte in sich.

Die Felder werden eingebracht.

Die Früchte sind reif. Die Natur zeigt sich noch einmal in ihrer Fülle, bevor der Rückzug des Herbstes beginnt.

Auch für uns ist diese Zeit eine Einladung, innezuhalten und zu schauen:

Was ist in meinem Leben gereift?

Was durfte wachsen? Welche Früchte trage ich heute in mir? Und was darf ich nun ernten?

Die Ernte ist dabei nicht immer sichtbar.

Manchmal liegt sie in einer Erkenntnis. In einer Entscheidung. In einer neuen Klarheit. In einer Erfahrung, die uns verändert hat.

Oder in einer Wunde, die sich im Laufe der Zeit in Weisheit verwandeln durfte.

Vielleicht liegt die Ernte auch in dem stillen Wissen:

Ich bin nicht mehr dieselbe Frau, die ich einmal war.

Der September trägt die Schwingung der Zahl Neun in sich. Sie steht für Reife, innere Vollendung und die Fähigkeit, auf einen zurückgelegten Weg zu schauen. Die Neun erinnert uns daran, dass Leben Bewegung ist.

Wir bleiben nicht stehen. Wir wachsen. Wir wandeln uns. Wir lassen los. Und wir beginnen immer wieder neu. Der Herbst lädt uns ein, in den Möglichkeitsräumen des Lebens Heimat zu finden. Seine Qualität ist die schöpferische Wahrheit.

Sie entsteht dort, wo wir bereit sind, das Gewordene anzunehmen und gleichzeitig offen für das zu bleiben, was noch werden möchte.

Der September lädt dich deshalb ein, zurückzublicken, ohne in der Vergangenheit stehen zu bleiben. Das Erlebte zu würdigen. Das Erfahrene wertzuschätzen. Und weiterhin der Zugkraft deiner Träume zu folgen. Denn Reife bedeutet nicht Stillstand.

Reife bedeutet, anzuerkennen, was geworden ist, und dem Leben dennoch offen zu begegnen.

Übung

Die Ernte meiner Wahrheit

„Endlich auch einmal landen und wissen, wo ich hingekommen bin. Und warum.“

Nimm dir einen ruhigen Moment und suche dir, wenn möglich, einen Ort in der Natur.
Vielleicht unter einem Baum. Vielleicht in einem Garten. Oder du nimmst dir eine reife Frucht und setzt dich bewusst an einen stillen Ort. Betrachte die Frucht. Ihre Form. Ihre Farbe. Ihre Oberfläche.

Vielleicht hat sie kleine Unebenheiten. Vielleicht ist sie nicht vollkommen. Und doch trägt sie ihre eigene Schönheit. Halte sie in deinen Händen und frage dich: „Welche Frucht ist durch mein Leben in mir gereift?“ Schließe für einen Moment die Augen. Lass Bilder, Erinnerungen und Gefühle auftauchen. Vielleicht zeigt sich eine Erfahrung, die dich verändert hat. Eine Begegnung. Ein Abschied. Eine Entscheidung. Eine Wunde.

Oder etwas, auf das du heute mit Dankbarkeit zurückblicken kannst. Frage dich anschließend: „Was darf ich heute über mich selbst erkennen?“ Und: „Was darf ich loslassen, weil es nicht mehr zu meiner Wahrheit gehört?“

Atme einige Male bewusst ein und aus. Mit jedem Einatmen darfst du wahrnehmen, was in dir ist. Mit jedem Ausatmen darfst du freigeben, was du nicht mehr tragen möchtest. Dann sprich innerlich: „Ich erkenne mich. Ich lasse los. Ich werde.“

Verweile einige Atemzüge in der Stille und nimm wahr, was sich in dir zeigt. Dann nimm die Frucht bewusst zu dir. Schmecke sie. Empfange sie. Und erinnere dich daran: „Auch ich trage die Früchte meines Lebens in mir.“

Die Frucht und ihre ureigene Signatur.

Jede Frucht trägt ihre eigene Signatur. Keine gleicht der anderen vollkommen. Sie trägt die Spuren des Bodens, des Wassers, der Sonne und der Zeit. Vielleicht ist sie rund. Vielleicht ist sie unregelmäßig. Vielleicht trägt sie kleine Narben auf ihrer Schale. Und doch ist sie genau das, was sie geworden ist. Auch wir tragen die Spuren unseres Lebens. Unsere Geschichte hat uns geformt.

Begegnungen haben uns verändert. Wunden haben Narben hinterlassen. Liebe hat uns geöffnet. Abschiede haben uns gewandelt. All das gehört zu dem Weg, den wir gegangen sind. Wahrheit bedeutet nicht, makellos zu sein.
Wahrheit bedeutet, mit dem, was uns geprägt hat, in Einklang zu kommen.

Vielleicht liegt genau darin eine tiefe Form der Selbstannahme:
Ich ehre, was mich geprägt hat. Ich lasse los, was ich nicht mehr bin. Und ich vertraue der Frau, die durch mein Leben geworden ist.

Die drei Perlen dieser Mondin führen dich dabei auf einem inneren Weg:

Essenz der Mondin der Wahrheit.

Die Mondin der Wahrheit ist die Mondin der inneren Ernte. Sie lädt dich ein, auf dein Leben zu schauen und zu erkennen, was durch all deine Erfahrungen in dir gereift ist. Nicht alles, was du erlebt hast, war leicht.

Doch alles hat Spuren hinterlassen. Und aus vielen Erfahrungen kann mit der Zeit etwas entstehen, das wir Weisheit nennen.

Die Wahrheit dieser Mondin liegt deshalb nicht darin, jemand Neues werden zu müssen. Sondern darin, die Frau anzunehmen, die du heute bist. Das Erlebte und Erfahrene wertzuschätzen und dennoch weiterhin der Zugkraft deiner Träume zu folgen.

Ich bin die Frucht meines Lebens. Ich ehre meine Geschichte. Ich lasse los, was ich nicht mehr bin. Und ich vertraue der Frau, die durch mein Leben geworden ist.

Wahrheit – Loslassen – Wandlung

Heidrun Kuhne – Heilpraktikerin
Monatsgedanke

„Ich gebe mich meiner ureigenen Signatur hin, lasse los, was nicht mehr zu mir gehört, und reife in die Wahrheit dessen hinein, was ich geworden bin.“

Herzlichst Heidrun